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Vom Parkplatz zum grünen Wohnzimmer für alle

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Aktualisiert: vor 2 Tagen

Wenn Melk den Asphalt zum Leben erweckt

Der Parkplatz in der Abbe-Stadler-Gasse wurde für einen Nachmittag in einen lebendigen Treffpunkt mit Aufenthaltsbereichen, Spielmöglichkeiten und Raum für Austausch, Beteiligung und Begegnung umgewandelt. Gemeinsam wurde erprobt, wie ein Parkplatz neu gedacht und genutzt werden kann.


Natur als Dialogpartnerin

Im Rahmen des Projekts LIFE impaQt beteiligten wir uns am 24. Juni 2026 am Straßenfest „Stadtgarten Melk – Vom Parkplatz zum grünen Wohnzimmer für alle“ mit einer Aktion „Stimmen der Natur im Dialog“.

Dem Verein Bürger*innenKRAFTwerk sind Dialog und Natur wichtig und mit diesem Beitrag wollten wir den sozialen Diskurs über nachhaltige Entwicklung erweitern und so den Blick von einer rein menschlichen Planung hin zu einem inklusiven Miteinander von Mensch und Natur lenken. „Unser Ziel war es, den Dialog zwischen Mensch und Natur zu fördern und ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass eine nachhaltige Gestaltung weit über die menschlichen Bedürfnisse hinausgehen soll", so Martina Kuchler, Schriftführerin des Vereins Bürger*innenKRAFTwerk.

Was würde die Donau fordern, wenn sie an der Planung beteiligt wäre? Und welche Wünsche hat eine Amsel für den urbanen Raum? Beim Straßenfest „Stadtgarten Melk hat der Verein Bürger*innenKRAFTwerk genau diesen Perspektivenwechsel gewagt.

Der Verein Bürger*innenKRAFTwerk lud die Besucherinnen dazu ein, den geplanten Stadtgarten aus einer ungewohnten Perspektive zu betrachten: der Natur selbst. Was würde die Donau fordern, wenn sie an der Stadtplanung beteiligt wäre? Und welche Wünsche hat eine Amsel für den urbanen Raum?

Stimmen der Natur im Dialog

Unter dem Motto „Stimmen der Natur im Dialog" wurden die Besucher*innen aktiv dazu ermutigt, den geplanten Stadtgarten aus ungewohnten Perspektive zu betrachten, indem sie sich in die Rolle von nicht-menschlichen Akteuren wie Wildbienen, der Donau oder heimischen Vögeln versetzen, um Wünsche und Anliegen für den zukünftigen Lebensraum zu formulieren und so zu einem guten Miteinander von Mensch und Natur beitragen.


Die Aufgabe bestand darin, den Parkplatz in der Abbe-Stadler-Gasse und das geplante „Grüne Wohnzimmer" nach Lebensraum, passenden Nahrungsmöglichkeiten und Rückzugsorten zu erkunden.

Die Besucher*innen haben den öffentlichen Raum nicht nur für den Menschen neu gedacht, sondern die Natur selbst als gleichwertige Partnerin an den Planungstisch geholt.

Vielfältige Wünsche für ein gutes Miteinander

Die Rückmeldungen waren ebenso kreativ wie tiefgründig und zeigen ein Bedürfnis nach mehr Biodiversität und Klimaanpassung. Die Besucherinnen schlüpften in die Rolle von Akteuren wie Amsel, Biene, Donau, Distel, Libelle, Igel oder Schwalbe.

Amsel, Bienen, Distel, die Donau, Libelle, Igel, Schwalben nehmen Stellung

Zu den zentralen Ergebnissen zählen: 

Amsel A gefallen hohe Bäume. Sie wünscht sich dichte Hecken zum Brüten, Wasserstellen und Futterhecken. und vermisst natürliche Flächen zur Futtersuche.

Biene Claudia weist darauf hin, dass mehr Grün und Blumen in der Innenstadt ihr Nahrung bieten und auch zum Weltklima beitragen und Biene Anton wünscht sich weniger Bodenversiegelung und generell mehr Pflanzen.

Die Donau Katharina B&P gefällt, dass in Melk, das direkt an ihren Ufern liegt, auf Klimawandelanpassung aufmerksam gemacht wird. Sie freut sich auf Entsiegelung, die ihr hilft Wasser aufzunehmen und bei Starkregenereignissen zu entlasten und wünscht sich mehr Integration im Planungsprozess und leichteren Zugang zu Wasser zB zur Abkühlung und mehr Platz für Bewegungsfreiheit durch Renaturierungsmaßnahmen.

Distel Erich freut sich auf feuchte spendendes Substrat im Boden und hofft trotz stacheligem Kleid, ebenfalls Platz zu bekommen.

Libelle Dagmar wünscht sich einen unberührten strukturierten Bereich als Rückzugsort, Wasser und Pflanzen zur Eiablage und allen weiteren Entwicklungsstadien. Sie weist darauf hin, welchen Genuss uns die Beobachtung der schillernden Flügel bietet.

Igel Wolfgang fehlt es an Wasser + Milch. Er findet Gefallen an einer grüneren Stadt mit Unterschlüpfen und wünscht sich mehr Biodiversität und weniger Autos.

Schwalbe S fehlt es an Wertschätzung und weist darauf hin, dass Insekten nicht nur lästige Tiere sind und hofft auf mehr Verständnis für die Natur zusammenhänge.

Schwalbe Ingi erklärt uns, "ihr könnt mich beobachten, Nest und Jungvögel sehen und Konzerte mithören und ich sorge für weniger Gelsen & Fliegen"


Detaillierte Einblicke in den „Naturdialog" und alle Stimmen sind unter  www.schb-aggs.at/naturdialog nachzulesen.


Vom Fest in die Planung

Die Ergebnisse dieser Aktion sind mehr als nur kreative Gedankenspiele. Sie spiegeln ein tiefes Bedürfnis nach einer biodiversen und klimafitten Umwelt wider und haben der Blick von einer rein menschlichen Planung hin zu einem inklusiven Miteinander von Mensch und Natur gelenkt.


Die gesammelten Stimmen und Wünsche wurden den Planerinnen des Stadtgartens als wertvoller Input zur Berücksichtigung weitergeleitet um bei der Gestaltung berücksichtigt zu werden und so zu einem guten Miteinander von Menschen und Natur beizutragen.


Der Verein Bürger*innenKRAFTwerk will diese erfolgreiche Form des Natur-Dialogs weiterführen und noch mehr zum Dialog mit der Natur einladen. Denn: Ein gutes Miteinander von Mensch und Natur beginnt damit, zuzuhören – auch wenn der Gesprächspartner kein Wort spricht.


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