Krötenzirkus 2026 - Amphibienschutz an der B33!
- vor 3 Tagen
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Wie jedes Frühjahr wandern Amphibien vom Winterquartier zu den Laichplätzen und entlang der Straßen ereignet sich ein stilles Drama. Wenn sie auf ihrer Wanderroute eine Straße mit viel Verkehr und schnellen Fahrzeugen überqueren müssen, so endet das für die meisten tödlich. Schon bei Tempo 50 haben Kröten kaum eine Überlebenschance, wenn Autos über sie hinweg fahren. Vor dem Auto baut sich Überdruck auf und unter dem Auto entsteht Unterdruck. Dem raschen Druckwechsel können die sensiblen Lungen, die ein Leben im Wasser und an Land ermöglichen, nicht standhalten.
Wird all dies nicht beachtet, dann geht die Population rasch zurück und in den Auwäldern und an den Teichen wird es still. Nicht so an der B33 zwischen Schönbühel und Aggsbach:

Die Luft war noch kühl, doch am Sonntag, kurz nach dem späten Schneefall, zog der Frühling ins Donautal zwischen Schönbühel und Aggsbach. Hier haben sich Menschen zusammengefunden, die dafür sorgen, dass möglichst alle Kröten sicher über die Straße gelangen. Die Straßenverwaltung hat rasch reagiert. Bereits am Dienstag, den 24.Februar waren die ersten 400 Meter der Manege aufgebaut und die ersten drei Akteure, 2 Frösche und 1 Kröte, wurden mit viel Aufmerksamkeit in der Arena der B33 begrüßt, wo damit die „Krötenzirkus“-Saison 2026 begann.
Liebevoll als Krötenzirkus bezeichnet, ist hier in der Arena ein großartiges Team am Werken:
Sie motivieren sich gegenseitig: 👍 “liebe krötingers! 7 grad und regnerisch - Gute Krötenbedingungen! gangat jemand mit mir heute abend” “so wie mich der Zaun anschaut, braucht es eine Gruppe, die sich darum annimmt, dass der Zaun dicht bleibt. Ich kann 44 Sandsäcke anbieten ..”
Teilen ihre Sorgen: “Also heute war ganz schön viel los, über 150 Viecherl 🐸 bin neugierig wieviel morgen in der Früh von euch gefunden werden” “heute abend zwei im schacht gehört” - ”werd das ohr an jeden Schacht legen, wär ja gelacht, wenn wir die nicht fänden!!!”
und manchmal auch den Frust: “ was die vulnerabiltät dieses verdammten netzzaunes angeht, ich erinner mich an die mörderarbeit, zum schluß waren wir dann zu zweit oder allein” “heute morgen null, nada, njet krötlis🐸🦎”
Es würde das Bürger*innenKRAFTwerk nicht geben, wenn da keine Amphibien auf ihrer Wanderroute unterwegs wären. Auch in der Gemeindezeitung wurde auf die Initiative aufmerksam gemacht und die Verkehrsteilnehmer darauf hingewiesen, wie wichtig es ist, die Geschwindigkeit zu reduzieren. Die Straßenverwaltung stellt den Amphibienschutzzaun bereit und der Naturschutzbund unterstützt mit Beratung.
“Ja, es ist a ziemliche arbeit.”
56 Tage war der ‘Krötenzirkus’ 2026 geöffnet.
Schächte, aus denen das Wehklagen der Kröten erklingt, wurden geöffnet und die eingeschlossenen Kröten kreativ mit einem Apfelpflücker aus der Tiefe geholt und befreit.
In gemeinsamer Anstrengung wurden zig Sandsäcke gefüllt, um den Zaun damit zu beschweren und so zu verhindern, dass dieser aus der Verankerung gelöst und die Kröten ungehindert auf die Straße gelangen. Somit konnte auch die Zahl der überfahrenen Amphibien von 318 im Vorjahr auf heuer 67 drastisch reduziert werden.
2026 konnten so wieder mehr als 3200 Amphibien betreut werden. 95 Mal wurde dabei der ca 3km lange Schutzzaun in der Zeit vom 24.Februar bis 21.April auf Gäste kontrolliert und diese dann sicher auf die andere Straßenseite gebracht und so vor dem Tod durch Überfahren gerettet. -
“super Teamwork” “Weltklasse😻”
Bei einer gemeinsamen Abschlussfeier wird wieder entschieden, wohin der Wanderpokal des Krötenzirkus 2026 wechselt und was beim nächsten Mal alles noch besser bewerkstelligt werden kann.
2026 mit dabei: Anika, Birgit, Brigitte, Christa, Christina, Dena, Diana, Dorit, Edith, Erich, Eva, Eva, Hanspeter, Ingrid, Klaus, Lilly, Martina, Michael, Monika, Reinhard, Romana, Silvia, Uta, Veronika.

Liebe Teilnehmer*innen des Krötenzirkus vielen Dank, dass ihr euch so gut um uns gekümmert habt. Eure Hilfe hat die gefährliche Reise zum Laichgewässer zu einem unvergesslichen Erlebnis gemacht, dafür quaken wir euch ein DANKE DANKE, DANKE Für immer Dankbar, die Frösche, Kröten und Molche an der B33

PS: wir möchten uns auch bei all den Autofahrer*innen bedanken, die hier trotz Eile aus Rücksicht auf uns ihr Tempo reduziert haben.
Rückblick der Organisatoren:
Am 14. März waren bereits tausend Gäste gezählt und die Saison ließ ein ähnliches Ergebnis wie in den letzten Jahren erwarten. Jedoch ist es so nicht gekommen. Bei der Wanderung zum Laichgewässer wurden 1632 Krötenmännchen, 530 Krötenweibchen, 55 Frösche und ein paar Molche gezählt. 2023 waren es noch 3574 Amphibien, die zum Laichgewässer begleitet wurden.
Kühles windiges Wetter, ausgetrocknete Teiche und anhaltende Trockenheit begleiteten dieses Jahr die Wanderzeit. Insgesamt waren es 'nur noch' gezählte 3238 betreute Amphibien, während im Jahr 2023 noch 4485 Gäste gezählt wurden und das, obwohl die Arena sich seit 2025 auf die doppelte Länge erstreckt.
Der wenige Regen benetzte den Boden nur und viele der Tiere waren auffallend klein - was darauf schließen lässt, dass diese wohl unter mehreren Faktoren leiden. Neben der Trockenheit gab es wohl auch einen Mangel an Futter.
Krötenwetter, bei dem es anhaltend regnet und hunderte Kröten die Arena bevölkern, gab es 2026 keines. Im Ergebnis sind im Jahr 2026 somit weit weniger Amphibien zu den Laichplätzen gewandert als in den letzten Jahren.
Seit 2021 organisieren wir den Krötenzirkus, seitdem waren bereits mehr als 23 000 Amphibien zu Gast und auch 2027 wird es wieder einen Krötenzirkus geben.
Das Wetter können wir nicht beeinflussen, vielleicht aber so manch anderes.
Helfende Männerhände sind noch rar. 4 Helfer waren gegenüber den 20 Helferinnen eindeutig eine Minderheit. Nur die Straßenverwaltung ist nach wie vor eine reine Männerdomäne.

Im Bereich der Verkehrssicherheit wünschen wir uns weitere Verbesserungen und in den Schächten sollten Aufstiegshilfen Standard werden.
Schauen wir mal, ob sich das in den nächsten Jahren verbessern lässt.
Wenn auch du interessiert bist, mit uns die Kröten zu unterstützen, so lass uns das wissen. Fürs Mithelfen ist es nie zu spät und Hilfe wird in vielen Bereichen benötigt.




























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